„Ob sie wohl schon geantwortet hat?“ „Warum meldet er sich nicht?“ „Ah, eine Nachricht.“ Gedanken, die so wahrscheinlich in den Köpfen der meisten Internetnutzer umherkreisen – und das ständig. Kein Wunder, ist es doch im Online-Alltag völlig normal immer erreichbar, jederzeit informiert und permanent online zu sein. Immerhin 55 Prozent aller User empfinden es laut der aktuellen Allensbach-Studie im Auftrag von Jacobs Krönung als Vorteil, ständig nachschauen zu können, ob sie neue Nachrichten erhalten haben. Doch gleichzeitig zeigt die Studie die wachsende Ungeduld der regelmäßigen Online-User auf: Wer sich häufiger intensiv mit anderen über das Netz austauscht, zeigt weniger Geduld als diejenigen, die dies nur selten oder gar nicht tun.
Immer erreichbar sein heißt zwar nicht, auch ständig antworten zu müssen, das „Warten auf Nachricht“ steigert aber laut dem Institut Allensbach womöglich die Ungeduld. Das Phänomen ist besonders bei den Nutzern von Community-Plattformen ausgeprägt, die dort häufig kommunizieren.
Doch die innere Unruhe kann noch eine andere Ursache haben – die sogenannte Parallelkommunikation. Während bei Facebook, StudiVZ oder wer-kennt-wen fleißig gechattet wird, verabredet man sich per Handy gleich mit der besten Freundin und checkt nebenbei noch schnell E-Mails – so sieht Kommunikation von heute aus.
Die Unter-30-Jährigen sind es auch, die es mit relativer Mehrheit in Ordnung finden sich während einer Unterhaltung nebenbei mit dem Handy zu beschäftigen. Diese Form der Parallelkommunikation wird dagegen von zwei Drittel der Bevölkerung als unhöflich empfunden. Ein weiterer Unterschied: Während nur einer Minderheit der „Digital Natives“ der Augenkontakt bei einem Gespräch wichtig ist, führen 60 Prozent der Gesamtbevölkerung gerade diesen als großen Vorteil der persönlichen Kommunikation an.
Die Frage ist, ob die unterschiedlichen Kommunikationsstrukturen Teil einer neuen, sich wandelnden Kommunikationsgeneration sind oder lediglich ein Jugendphänomen bleiben. Generation Ungeduld – die Zukunft oder nur eine Lebensphase?
Fazit: Auch wenn die „Digital Natives“ neue Kommunikationspräferenzen setzen, die Mehrheit der Deutschen (59 Prozent) bevorzugt laut Studie immer noch das persönliche Gespräch. Denn nur von Angesicht zu Angesicht kann man sich wirklich gut unterhalten und in die Tiefe gehen. Daher ein Tipp für Jung und Alt: Sich einfach mal wieder Zeit für nur einen Gesprächspartner nehmen, das Handy und den Laptop ausmachen, um bei einem Kaffee ausführlich und in Ruhe zu quatschen.



