19. April 2010

Freundschaften in Communitys Masse statt Klasse?

Das Netz ist keine Parallelwelt: Die virtuellen Plattformen werden vor allem zusätzlich zum Austausch mit den Menschen genutzt, die einem auch im wirklichen Leben nahestehen. Gerade jungen Menschen vermittelt ihre digitale Clique das Gefühl von Geborgenheit. Man behält seinen Inner Circle kontinuierlich im Blickfeld und lässt alle wissen, was man gerade tut und denkt. Die Gewissheit, zu jeder Zeit und an jedem Ort einen zwischenmenschlichen Kontakt herstellen zu können, ist dieser Altersgruppe offensichtlich wichtig. Laut der aktuellen Allensbach-Studie im Auftrag von Jacobs Krönung sagt sogar ein Drittel der 14- bis 17-Jährigen: Das Internet gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein.

Wie werthaltig ist der Begriff Freundschaft in einer Zeit, in der man auf seinen Social- Media-Profilseiten Freunde und Fans am liebsten gleich im Dutzend akquiriert? Freundschaft da sind sich die Deutschen über alle Altersgruppen hinweg einig ist heute mindestens so wichtig wie früher, für ein Viertel der Bevölkerung sogar wichtiger denn je. Gute Freunde definieren sich unverändert über Verlässlichkeit, Offenheit und gegenseitige Hilfe also über Klasse statt Masse. Das Internet ist eine ideale Plattform, Freundschaften anzubahnen, die dann im echten Leben vertieft werden. Jedoch glaubt nur eine Minderheit, dass reine Internetfreundschaften genauso tiefgehend sein können wie persönliche Freundschaften. Der reale Kontakt scheint als unerlässlich für den Aufbau einer Freundschaft. So haben sich gut zwei Drittel derjenigen, die über das Netz Kontakte geknüpft haben, auch persönlich mit diesen Personen getroffen. Und bei rund der Hälfte sind aus Internetbekanntschaften schon Freundschaften entstanden.