18. März 2010

Wer zwitschert hier eigentlich?

Twitter und Facebook sind was für junge Leute. Nur die Digital Natives (Generation, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist) sind ständig online. Solche Sätze hört man oft. Dabei wird überall gesimst, gemailt und getwittert und zwar in allen Altersschichten.

Eine Altersbegrenzung gibt es bei der Nutzung moderner Kommunikationsformen nicht. Das beweist nicht nur die 77 Jahre alte Liz Taylor, die sich bei Twitter (deutsch Gezwitscher) unter anderem über ihren Hund austauscht. Das Marktforschungsinstitut Nielsen hat sogar herausgefunden, dass zwei Drittel der Twitternutzer über 35 Jahre alt sind und damit die jüngeren Zwitscherer rasant überholt haben.

Auch Frau hat die neuen Formen der Kommunikation für sich entdeckt. Ein Grund dafür könnte sein, dass Frauen im Vergleich zu Männern insgesamt kontaktfreudiger sind, mit anderen leichter ins Gespräch kommen und zudem häufig ausführlicher kommunizieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Gesprächskultur in Deutschland 2009 des Instituts für Demoskopie Allensbach, die Jacobs Krönung im Rahmen der Initiative für das gute Gespräch in Auftrag gegeben hat.

Die SMS ist in Deutschland ebenfalls beliebt. Im Jahr 2008 wurden laut Bundesnetzagentur (Jahresbericht 2008, Seite 81) insgesamt rund 29 Milliarden SMS-Nachrichten verschickt. Selbst Angela Merkel gibt zu, im SMS-Fieber zu sein und sogar in Sitzungen Kurznachrichten über ihr Handy zu verschicken.

Bei so viel Gezwitscher und Gesimse wird denn dann überhaupt noch von Angesicht zu Angesicht kommuniziert? Ja! Für zwei Drittel der 30- bis 44-Jährigen ist das persönliche Gespräch immer noch die angenehmste Form des Austauschs, zeigt die repräsentative Allensbach-Studie. Ob dieser Trend anhält werden die Ergebnisse der Studie 2010 zeigen.